Was ist eigentlich die Lymphdrainage?

LymphdrainageDas Lymphsystem ist ein wichtiges Transportsystem im menschlichen Körper. Die Lymphe, auch als Gewebewasser bekannt, ist die Flüssigkeit, die entsteht, wenn Blutplasma durch das Körpergewebe sickert. Sie fließt durch die Lymphbahnen und transportiert Nähr- und Abfallstoffe. In den Lymphknoten werden diese Abfallstoffe herausgefiltert. Aus unterschiedlichen medizinischen Gründen geschieht es jedoch, dass die Lymphbahnen unterbrochen werden und die Lymphe nicht mehr ausreichend in die Blutgefäße zurück fließt. Diese Stauung führt zu Schwellungen und Ödemen. Hier setzt die Lymphdrainage an.

Entstauung durch Lymphdrainage

Nach Verletzungen oder Operation kommt es oft zu Schwellungen, die auf eine Stauung von Lymphe zurückzuführen sind. Dies ist besonders häufig bei Brustkrebsoperationen der Fall. Die manuelle Lymphdrainage, in den 50er Jahren von dem Dänen Dr. Emil Vodder entwickelt, entstaut das Lymphsystem durch äußere Einwirkung. Bei dieser Massage geht es darum, die Lymphbahnen wieder funktionstüchtig zu machen. Der Therapeut benutzt eine Kombination aus Kreisbewegungen, Pump- und Schröpfgriffen, sowie Drehungen, bei denen die Hautschichten gegen einander verschoben werden. Obwohl die Lymphdrainage nicht wie herkömmliche Massagen der Entspannung der Muskulatur dient, wird die rhythmische und sanfte Behandlung meist als sehr angenehm empfunden. Die Patienten spüren oft eine schnelle Erleichterung und Schwellungen gehen zurück.

Professionelle Lymphdrainage

Lymphdrainagen erfordern genaue Kenntnis und dürfen nur von Therapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden. Neben der Behandlung von verletzungsbedingten Schwellungen finden sich eine Vielzahl weiterer Anwendungsgebiete: Eine Drainage kann bei Rheuma, einigen Migräneformen, Nervenschmerzen, Atemwegserkankungen und durch Krebsoperationen hervorgerufenen Ödemen helfen. Patienten mit Herzleiden müssen jedoch auf eine Lymphdrainage verzichten und sollten darüber unbedingt vom Therapeuten aufgeklärt werden.

Normalerweise werden Lymphdrainagen nicht als alleiniges Therapiemittel eingesetzt, sondern in Kombination mit Kompressionsbehandlungen und Krankengymnastik durchgeführt. Um dem Stau von Gewebewasser selbst vorzubeugen, sollte man die betroffenen Gliedmaßen so oft wie möglich hochlegen und enge Kleidung sowie Schleuderbewegungen mit Armen und Beinen vermeiden.

Lymphdrainagen werden in der Regel von der Krankenkasse abgedeckt.


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