Neurodermitis gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen in Deutschland. Es handelt sich bei Neurodermitis um eine chronische Entzündungsreaktion der Haut, die in Schüben immer wieder auftritt. Heilbar ist die Krankheit nicht, kann aber inzwischen mit einer Kombination aus Medikamenten und vorbeugenden Therapiemaßnahmen in den meisten Fällen gut behandelt werden.
Neurodermitis – Symptome und Verlauf
Menschen mit Neurodermitis beginnen ihren Leidensweg oft schon in der Kindheit. Die Krankheit bricht immer wieder und in unterschiedlicher Intensität aus. Zu den typischen Neurodermitis-Symptomen zählen eine schuppige und gerötete Haut, die zu großer Trockenheit neigt, und ein starker Juckreiz. Der Haut fehlen bestimmte Fette und sie speichert Feuchtigkeit nur ungenügend. Manche Patienten sind nur an bestimmten Körperstellen betroffen, während andere mit Ausschlägen am ganzen Leib zu kämpfen haben. Auch Schweißbildung, Durchblutung und Temperaturempfinden können beeinträchtigt sein.
Vielfältige Ursachen
Neurodermitis wird durch Allergene hervorgerufen. Allergene sind eigentlich harmlose Stoffe wie Nahrungsmittel, Staub oder Pollen, die aber bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Neurodermitis springen weiße Blutkörperchen auf solche Allergene an und führen zu einer unnatürlichen Abwehrreaktion. Bei wem und wie stark Neurodermitis ausbricht, hängt sowohl von erblichen als auch von Umwelteinflüssen ab. Die Krankheitsschübe werden von unterschiedlichen Faktoren (sogenannten „Triggern“) ausgelöst – das können Stress- oder Angstsituationen sein, aber auch bestimmte Nahrungsmittel, Hausstaub oder die Nähe von Haustieren. Weil die Krankheit so unterschiedlich verläuft, ist bei Neurodermitis eine individuell abgestimmte Therapie besonders wichtig.
Neurodermitis – Therapie und Vorbeugung
Ein wichtiger Schutz vor Neurodermitis und anderen Allergien ist die Muttermilch. Kinder, die mindestens sechs Monate lang gestillt wurden, tragen ein weitaus geringeres Allergierisiko als andere Babies.
Betroffene Erwachsene können die Krankheit nicht ganz heilen, wohl aber die Neurodermitis-Symptome lindern. Besonders wichtig ist es, die eigenen Trigger zu kennen und zu vermeiden. Dazu zählen die richtige Kleidung (Wolle wirkt oft schubauslösend), Ernährung, Waschmittel und vieles mehr. Zur Neurodermitis-Therapie gehören einmal die regelmäßige Pflege der Haut und eine stetige Feuchtigkeitszufuhr, sowie die medikamentöse Behandlung mit Cremes und Salben. In besonders schweren Fällen müssen entzündungshemmende Medikamente zur oralen Einnahme verschrieben werden.
Außerdem sollte jeder Neurodermitis-Patient mit dem Rauchen aufhören – und Familienmitglieder dazu anhalten. Zigarettenrauch gehört zu den schnellsten Auslösern für Neurodermitisschübe!



