Bei dem Wort “Kortison” denken viele Menschen als erstes an die gefährlichen Nebenwirkungen des Medikamentes. Zum Glück hat sich das Wissen um den Wirkstoff jedoch in den letzten Jahrzehnten so verbessert, dass eine Kortisontherapie auch ohne diese Nebenwirkungen erfolgreich durchgeführt werden kann.
Kortison (auch Cortison) ist der Sammelbegriff für eine Reihe von körpereigenen Hormonen, die in der Nebennierenrinde produziert werden, den Glukokortikoiden. Synthetische Weiterentwicklungen dieser Hormone werden als Medikament Kortison insbesondere gegen Entzündungen und Allergien eingesetzt.
Kortison Nebenwirkungen
Noch in den 70er Jahren gingen mit Kortison Nebenwirkungen der übelsten Art einher. Dies hatte jedoch hauptsächlich damit zu tun, dass zu hohe Dosierungen verschrieben wurden und die Kortisontherapie zu lange andauerte. Bei einer Überdosierung des Arzneimittels kann es zu so vielfältigen Nebenwirkungen wie Muskelabbau, Wachstumsverzögerungen, Glaukoma, Magengeschwüren und Akne kommen. Nachdem viele Patienten einige Jahre lang aufgrund der negativen Schlagzeilen ganz von einem Gebrauch des Medikamentes absehen wollten, möchten Mediziner heute aufgrund seiner Effektivität nicht mehr auf Kortison verzichten. Zu Kortison gibt es etwa bei Rheuma und Asthma keine ähnlich gut anschlagende Alternative – sehr wohl gibt es aber eine Alternative zu hohen Dosen und Langzeittherapien. Ein Arzt sollte die Dosis ermitteln, die für den Patienten gerade noch wirksam ist – das ist individuell verschieden. So werden Kortison Nebenwirkungen bestmöglich verhindert.
Kortisonsalben und andere Anwendungsmethoden
Waren früher Kortisontabletten- oder Spritzen, die den ganzen Körper angreifen, gang und gäbe, wird heute auf lokale Anwendungsformen wie Cremes, Augentropfen, Nasensprays und Inhalatorien gesetzt. So wirkt das Kortison nur dort, wo es gebraucht wird, und die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen wird gesenkt. Für Hautkrankheiten und Rheuma kommen insbesondere Kortisonsalben zum Einsatz, bei der Asthmatherapie wird der Wirkstoff meist inhaliert.
Kortison: Was zu beachten ist
Man sollte vor Kortison also keine Angst haben. Bei Krankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Asthma und Rheuma hilft das Mittel sehr gut und kann den Leidensdruck erheblich senken. Zu beachten ist jedoch, dass Nasensprays nur saisonal und nicht dauerhaft eingesetzt werden sollten, um die Nasenschleimhaut zu schonen. Um Infektionen vorzubeugen, sollte der Mund nach der Inhalation von Kortison ausgespült werden. Kortisonsalben müssen regelmäßig angewendet werden, da die Wirkung erst nach ein paar Tagen eintritt. Außerdem sollte das Medikament täglich zur selben Uhrzeit eingenommen werden, weil die körpereigene Produktion von Kortison sonst leicht aus dem Rhythmus kommt. Bei einer Kortisontherapie wird diese aber sowieso zurückgefahren. Deswegen darf das Arzneimittel nicht plötzlich abgesetzt werden. Die Menge wird stattdessen langsam reduziert, damit der Körper die eigene Produktion wieder ankurbelt.



