Ein lähmender Kopfschmerz: Migräne

MigräneEtwa 8 Millionen Menschen – 10 Prozent der Bevölkerung – leiden in Deutschland an Migräne. Diese akute Kopfschmerzerkrankung tritt anfallartig auf und zeichnet sich durch pulsierenden, meist halbseitigen Schmerz unterschiedlicher Intensität im Bereich der Schläfen, Augen und Stirn aus. Die Patienten haben oft mit starken Schmerzen zu kämpfen, die einen erheblichen Einbruch der Lebensqualität bedeuten können. Hinzu kommt, dass der Leidensdruck von Nichtbetroffenen oft unterschätzt wird und Migräne als psychosomatisches Problem abgetan wird. Es handelt sich dabei jedoch um eine ernst zunehmende organische Krankheit.

Migräne-Symptome und ihre Entstehung

Es gibt bis heute keine ausreichend belegte medizinische Erklärung für die Entstehung von Migräne. Eine der verbreitetsten Theorien geht davon aus, dass sie durch eine Entzündung von Nerven und Blutgefäßen in der Hirnhaut verursacht wird. Laut der neurovaskulären Theorie werden Hirnnerven gereizt und schütten daraufhin Entzündungsbotenstoffe aus, was eine Weitung der Blutgefäße im Gehirn verursacht. Weil Migränen oft gehäuft in einer Familie vorkommen, ist auch anzunehmen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Eine Migräne grenzt sich von herkömmlichen Kopfschmerzen durch eine Reihe von Symptomen ab. Dazu zählen Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit bis zum Erbrechen und Appetitlosigkeit. Einem Migräneanfall gehen oft Vorbotensymptome voraus, zum Beispiel Müdigkeit, Hungerattacken oder Magen-Darm-Probleme.

In etwa 20% der Fälle leiden die Erkrankten außerdem unter visuellen Störungen oder einem intensiven Kribbeln in den Gliedmaßen. Dies ist die sogenannte Aura. Sie fällt sehr unterschiedlich aus und kann sogar zu vorübergehenden Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen führen.

Auslöser von Migräne

Die Migräne-Symptome können bei unterschiedlichen Menschen von ganz verschiedenen Faktoren ausgelöst werden. Zu den typischen „Triggern“ zählen der Konsum von bestimmten Nahrungsmitteln, insbesondere von Alkohol, Stress oder der plötzliche Abfall von Stress („Wochenendmigräne“), Wetterumschwünge, Lärm und zu wenig oder zu viel Schlaf. Bei Frauen, die häufiger als Männer von Migräne betroffen sind, spielen auch die Hormone eine wichtige Rolle. Während viele Frauen besonders während der Menstruation unter Migränen leiden, setzen die Kopfschmerzen bei Schwangeren oft aus.

Migräne ist keine heilbare Krankheit. Zum Glück gibt es jedoch inzwischen gute Behandlungsmethoden, die die Schmerzen lindern und die Lebensqualität erhöhen können. Mehr darüber erfahren Sie in dem Artikel „Mit Migräne leben“.


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