Die Fisch-Pediküre

Fisch-PediküreDie nächste Maniküre-Pediküre steht an und Sie gehen ins Aquarium? Sie lassen sich von Fischen anknabbern, um Hornhaut loszuwerden? Klingt absurd – ist es aber gar nicht.

In den USA wird sie immer populärer: Die Fisch-Pediküre. Zunutze macht sich die neuste schrille Idee auf dem Beautymarkt den unersättlichen Hunger eines kleinen Karpfenfisches aus der Türkei, der Roten Saugbarbe oder Garra Rufa. Diese Fischlein, die bis zu 14 Zentimeter groß werden, leben in nährstoffarmen Gewässern und stürzen sich mit Vorliebe auf abgestorbene Haut, um sich mit wichtigem Eiweiß zu versorgen.

Da kommen die Füße von willigen Menschen, die sich eine glatte und weiche Haut wünschen, gerade richtig.

Therapie gegen Schuppenflechte

In der Türkei sind die sogenannten Knabberfische (auch: Doktorfische) schon lange bekannt. In speziellen Wellnessanlagen mit heißen Quellen werden sie benutzt, um Patienten mit Schuppenflechte, Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen zu helfen. Tatsächlich konnten in den türkischen Kurzentren in Kombination mit frischer Luft und Sonneneinstrahlung gute Ergebnisse erzielt werden. Die Knabberfische entfernen die erkrankten Hautstellen, ohne das Nebenwirkungen auftreten. Allerdings hat die Behandlung keine therapeutische Wirkung, sondern beseitigt lediglich die Symptome. Obwohl einige Patienten eine Verbesserung des Krankheitsbildes beobachten können, ist ein anhaltender Effekt nicht wissenschaftlich belegbar. Auch die Annahme, dass die Knabberfische heilende Substanzen abgeben, ist nicht bewiesen und eher unwahrscheinlich. Dennoch bieten sie eine gute Methode, um tote Haut flächendeckend zu entfernen.

Knabberfische für die Pediküre

Auch in Asien sind die Knabberfische sehr beliebt. Hier werden sie weniger bei Krankheiten als zur Hautreinigung und Maniküre-Pediküre eingesetzt. Diese Idee inspirierte eine Amerikanerin aus Virginia, die 2008 den ersten Kosmetiksalon für Fisch-Pediküre eröffnete. Die Kunden baden ihre Füße in großen Becken mit mehreren Tausend Fischen – nach etwa 40 Minuten sind die Sohlen so glatt und weich wie bei einem Neugeborenen. Weh tut die Prozedur nicht. Entgegen ihrem Namen haben die Knabberfische nämlich gar keine Zähne. Viele Kunden beschreiben das Gefühl, das eher ein Saugen und Anstupsen ist, sogar als angenehm und leicht kitzelnd.

In Deutschland ist die Fischtherapie bisher eher als Behandlung von Hauterkankungen bekannt. Nur wenige Dermatologen bieten eine Therapie an und Betroffene reisen meist zur Kur in die Türkei. Aber die meisten Trends schwappen früher oder später aus den USA zu unser herüber – bleibt zu hoffen, dass es auch die kleinen Knabberfische tun!


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  • 5. Dezember 2009 | Permalink |

    [...] suchen Menschen im Tierreich nach Beautymitteln und Schönheitstherapien. Da lässt man sich von Fischlein die Füße anknabbern und das Gesicht mit Nachtigallenkot beschmieren. Auf letztere kosmetische Behandlung schwört man in [...]

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