Waren Tätowierungen in grauer Vorzeit noch Matrosen, Gaunern und anderen zwielichtigen Gestalten vorbehalten, so sind die Körperbilder heute längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie zieren das Dekolletee von Hausfrauen ebenso wie den Rücken der ein oder anderen Großmutter und auch so mancher Bankangestellter hat ein Tattoo unter dem gebügelten Hemd versteckt. Laut einer repräsentativen Studie der Universität Leipzig haben bereits 25,5 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 34 Jahren eine Tätowierung. Auch bei den 14 bis 24-jährigen sind es schon über 20 Prozent.
Von einem leicht anrüchigen Erkennungssymbol bestimmter Gruppen sind Tattoos zu einem beliebten und vielseitigem Körperschmuck geworden.
Tattoo-Trend 2009: Bunt und niedlich
Wie jede Mode unterliegen Tattoos bestimmten Trends. Zu bewundern sind die Tattoo-Trends jedes Jahr auf der großen internationalen Tattoo-Convention in Frankfurt am Main, der größten Veranstaltung dieser Art. Dort stellen über 300 Tätowierer ihre Kunst aus und demonstrieren am lebenden Objekt, welche Tattoo-Motive besonders in sind. Bei einem gemütlichen Spaziergang über das Messegelände wird deutlich: Zu den Tatoo-Trends 2009 gehört alles was bunt und niedlich ist. Unter Einfluss des populären Modelabels Ed Hardy, das Stars mit seinen bunten T-Shirts im Blumen-Totenkopf-Mix begeistert, dominieren knallige Farben und Motive, die an Kitsch grenzen. Da werden wie beim klassischen Matrosentattoo Herzen und Messer kombiniert, Rosen schlingen sich um Totenköpfe. Auch Piratenmotive werden wieder beliebt – die „Fluch der Karibik“ – Filme haben sicher das ihre getan. Der Tattoo-Trend für junge Frauen: Alles Süße. Dazu gehören Comicfiguren à la Hello Kitty, Mangabilder und Sterne. Seit jeher beliebt und weiterhin unter den Rennern: Tribals, chinesische Schriftzeichen und Fantasymotive. Ausgefallener sind fotorealistische Bilder von Freunden und Familienmitgliedern. Auch die Tätowierungen der Stars werden immer öfter nachgezeichnet.
Tattoo-Trend mit Vorsicht genießen
Wer sich ein Tattoo stechen lässt, sollte sich jedoch nicht zu sehr von Trends beeinflussen lassen. Eine Tätowierung hält ein Leben lang und sollte lieber eine persönliche Geschichte repräsentieren als eine vergängliche Modeerscheinung. Waren Oberarmringe und das berühmt-berüchtigte „Arschgeweih“ in den 90iger Jahren der letzte Schrei, wirken sie jetzt oft langweilig und bedeutungslos. Auch wer sich chinesische Schriftzeichen oder andere fremdsprachige Motive tätowieren lässt, sollte vorsichtig sein. Nicht immer sind die Tätowierer sich über die Bedeutung im Klaren und können fremde Buchstaben auch leicht umgedreht oder spiegelverkehrt stechen.



