Zeitreise: 60er Jahre Frisuren

Flowers For AudreyIn den 1960er Jahren änderte sich alles. Die Nachkriegsgeneration wurde erwachsen und lehnte sich gegen alles auf, was mit den Eltern in Verbindung stand: Gegen Normen, veraltete Moralvorstellungen, vorgezeichnete Lebenswege. Das äußerte sich auch in der Mode. Man tanzte – und kreischte – zu den Beatles, begann mit Drogen zu experimentieren, Frauen suchten sich ihren eigenen Weg. 1968 gingen die Studenten auf die Straße, auch die Frauenbewegung entstand. Und die Frisuren? Die wurden erst einmal höher und höher.

60er Jahre Frisuren der Stars

Die Frisuren der 60er Jahre brauchten viel Geduld und Geschick. Hochsteckfrisuren nach dem Vorbild von Audrey Hepburn und Dusty Springfield waren der letzte Schrei und sie türmten sich in immer gefährlichere Höhen. Besonders beliebt: Die sogenannten Beehives („Bienenkörbe“), bei denen das Haar am Hinterkopf in die Höhe ragte. Kreiert wurde dieser Look, indem der hintere Teil des Haar zu einem sehr hohen Pferdeschwanz gebunden und der vordere Teil darüber frisiert wurde. Alternativ wurde ein Mittelscheitel bis zur Kopfmitte gezogen und das Haar am Hinterkopf hochtoupiert. Grundgedanke der Turmfrisuren: Sie streckten und sollten die Trägerin schlanker aussehen lassen. Wer die Haare offen trug, bedeckte Stirn und Haaransatz oft mit einem breiten Haarband mit großflächigen Mustern. Auch ultralanges, glattes Haar à la Cher kam langsam in Mode.  Die Damen ließen sich von Hollywoodschönheiten, der Frau des Shahs von Persien und der amerikanischen First Lady Jackie Kennedy beeinflussen. Die jüngeren Mädchen hatten jedoch anderes im Sinn. Ihre Aufmüpfigkeit zeigte sich auch in ihren Frisuren.

Sonny And Cher

60er Jahre Frisuren: Revolte

Mit dem Beginn der Hippiebewegung ließen viele junge Menschen Kamm und Bürste zum Entsetzen der Eltern ganz in der Schublade. Das Haar wurde lang und offen getragen – Uschi Obermeier machte das sexy Vorbild. Andere Mädchen schnitten das Haar im Stil von Twiggy wenige Zentimeter kurz. Die Frisuren der 60er Jahre brachten jedoch auch für die Männer große Veränderungen. War in konservativen Kreisen noch die gescheitelte Föhnfrisur groß in Mode, so wurden die Haare bei den Mutigeren länger und länger. Zunächst hieß das nur „über die Ohren“, wie bei den berühmten Pilzköpfen der Beatles vorgemacht. Ende der 60er Jahre begann das Haar bei Künstlern und Musikern dann ganz unkontrolliert zu sprießen – und die Bärte dazu.

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