Wer dachte, dass Big Hair in den 70ern seinen Höhepunkt gesehen hatte, sollte sich täuschen: Die 80er Jahre waren frisurentechnisch gesehen ein bombastisches Feuerwerk. Ob Punk oder Discoqueen, der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt: Es ging immer noch schräger, größer, auffälliger. Der natürliche Look der 70er Jahre gehörte der Vergangenheit an, man durfte ruhig sehen, dass beim Haarstyling eine länger Zeit vor dem Spiegel draufgegangen war – und ein Menge Haarspray.
80er Jahre Frisuren: höher, größer, ausgefallener
Je fransiger, desto besser. Das schien die Devise des durchschnittlichen Teenagers gewesen zu sein. Bei Mädchen türmte sich das offene, meist schulterlange Haar in krausen Wellen in ungeahnte Höhen. Erreicht wurde der Look mit Hilfe eines Kreppeisens. Dazu gehörte ein fransiger Pony. Die beste Alternative: Der Seitenpferdeschwanz. Das Haar wurde dafür möglichst straff zusammengefasst und an einer Kopfseite – oft mit einem überdimensionalen Haargummi – zu einem kecken Pferdeschwanz gebunden. Für die rebellischeren Damen musste es aber etwas mehr sein: In der New Wave – Szene total angesagt: Alles Asymmetrische. (Ein Trend der gerade wieder absolut in ist.) Da konnte das Haar auf der einen Seite bis über die Ohren reichen und auf der anderen Seite kurz geschoren sein – dazu passt ein einzelner, riesiger Ohrring in poppigen Farben. Asymmetrie war auch bei den Herren der Schöpfung beliebt. Sowieso wurden immer mehr Unisexfrisuren poulär, androgyne Frisuren lagen ganz im Trend. Ein besonderes Schmankerl der 80er Jahre: Der Rattenschwanz. Bei Jungs und Mädels lugte allzu oft ein lange – teilweise sehr lange – Strähne aus der Mähne hervor, die mit großem Stolz gehegt und gepflegt wurde. Warum? Darum!
80er Jahre Frisuren: Punk und Popper
Die Punk-Welle erreichte in den 80er Jahren ihren Höhepunkt. Dazu gehörten außergewöhnliche Frisuren ebenso obligatorisch wie Nietenarmbänder, Sicherheitsnadeln als Accessoires und knallige Farben. Im Gegensatz zu den fülligen Fransenfrisuren, die in der Mitte der Gesellschaft der letzte Schrei waren, standen die Punks auf Spikes und Irokesenschnitte. Dazu kam ein Repertoir von Farben, die bisher höchstens an Karneval zum Einsatz gekommen waren.
Auch die Stars der Neuen Deutschen Welle scheuten sich nicht davor, in den Farbtopf zu greifen. Nicht nur schwarz und platinblond waren in, auch eine Kombination davon passte zur populären Vokuhila-Frisur. Davon absetzen wollten sich die Popper, die das Haar glatt und gescheitelt trugen.
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