Wer kennt das nicht: Draußen ist es dunkel, man sitzt gemütlich vor dem Fernseher, das Abendessen ist schon zwei Stündchen her – ein kleiner Snack ist genau das richtige. Viele Menschen kriegen abends so richtig Appetit. Ob es ein Mitternachtssnack vor dem Zubettgehen ist oder ein ausgiebiges Mahl, nachdem wir spät aus dem Büro heimgekommen sind – die Kühlschranktür bleibt auch in den späten Abendstunden nur selten zu. Aber was ist dran an der alten Weisheit, dass nachts essen ungesund ist – und vor allem dick macht?
Nachts essen – mehr Fett?
Wissenschaftler streiten schon lange über die Frage, ob Menschen die spät abends oder nachts essen, mehr Pfunde zu legen als solche, die schon zwei oder drei Stunden vor dem Schlafengehen mit dem Essen aufhören, wie es in den meisten Diätbüchern empfohlen wird. Klar ist, dass die Anzahl der Kalorien immer gleich bleibt, egal zu welcher Tageszeit gegessen wird. Klar ist auch, dass der Stoffwechsel beim Schlafen nicht still steht, sondern auch während wir Träumen Kalorien verbrannt werden. Eine neue Studie mit Mäusen hat jetzt jedoch nahegelegt, dass nachts essen wirklich ungewollte Auswirkungen haben könnte. Wissenschaftler der amerikanischen Northwestern University hatten Mäuse über sechs Wochen lang nur in ihren natürlichen Ruhepausen gefüttert. Nach Ablauf dieser Periode hatten die Mäuse signifikant mehr Gewicht zugenommen als die Mäuse der Kontrollgruppe, die zu regulären Zeiten gegessen hatten, obwohl Kalorienanzahl und Aktivitätslevel gleich waren. Natürlich kann man von Mäusen nicht gleich auf Menschen schließen. Es gibt jedoch noch weitere Gründe, warum nachts essen zu schnellerer Gewichtszunahme führt: Der Stoffwechsel wird nachts heruntergeschraubt und größere Mengen von Insulin werden ausgeschüttet. Zudem werden Kohlenhydrate eher in den Fettzellen gespeichert, da der Blutzuckerspiegel nach einem Tag mit mehreren Mahlzeiten erhöht ist.
Nachts essen – der psychologische Faktor
Neben den medizinischen Faktoren spielt aber auch die Psychologie eine Rolle, wenn wir abends zunehmen. Wer erst spät abends nach einem anstrengenden Tag isst, neigt zu übergroßen Portionen, die mit Heißhunger verschlungen werden. Außerdem ist man nachts meist zu müde, um auf eine gesunde Ernährung zu achten und verfällt schnell der Fast-Food-Falle. Gerade beim Ausgehen oder vor dem Fernseher fällt es zudem oft schwer auf süße Snacks oder fettige Fertignahrung zu verzichten. Also – wenn es denn sein muss mit dem Mitternachtssnack, dann lieber zu einem Apfel oder eine Karotte greifen!



